Governing Social Exclusion in Urban Greening Projects
Author
Term
4. Term
Publication year
2026
Submitted on
2026-01-08
Pages
97
Abstract
Die Begrünung städtischer Räume – von Parks und Grünzügen bis hin zu Klimaanpassungsinfra strukturen – hat sich zu einer zentralen Antwort auf urbane Hitze und Starkregenrisiken entwickelt. Zugleich zeigt die Forschung zunehmend, dass solche Interventionen über Prozesse der „Green Gentrification” Wohnungsdruck und soziale Ungleichheiten verschärfen können. In dieser Arbeit wird untersucht, wie Risiken grüner Gentrifizierung in der Praxis sichtbar gemacht, handlungsre levant definiert und seitens der Governance bearbeitet werden und an welchen Stellen Übersetzungsbrüche entstehen, wenn Risikowissen nicht in verbindliche Maßnahmen überführt wird. Berlin dient als empirischer Kontext, um diskursive Problematisierungen nachzuzeichnen, in denen Begrünung zugleich als ökologisch notwendig und potenziell verdrängend gerahmt wird. Methodisch basiert die Studie auf einem abduktiven, qualitativen Fallstudiendesign. Das empiri sche Material umfasst fünf leitfadengestützte Interviews sowie ergänzende Planungs- und Politikdokumente. Zur Auswertung wurde ein mehrstufiges analytisches Gerüst entwickelt, das verdrängungsrelevante Mechanismuspfade, akteursbezogene Zuständigkeiten, Ressourcen und Restriktionen, narrative Rationalitäten der Legitimation und Kausalitätszuschreibung sowie um weltgerechtigkeitsbezogene Dimensionen im distributiven, prozeduralen und anerkennungs bezogenen Sinne integriert. Über das Datenset hinweg zeigt sich, dass das Risiko grüner Gentrifi zierung zwar breit anerkannt ist, jedoch nur inkonsistent in entscheidungswirksame Konsequenzen umgesetzt wird. Verantwortlichkeiten werden häufig sektorübergreifend verschoben oder zeitlich vertagt, die administrative Steuerungsfähigkeit wird als begrenzt und vor allem sensibilisierend beschrieben, Vollzug und Durchsetzung erscheinen als zentraler Engpass, und Beteiligung wird vielfach als prozedural, aber nicht entscheidungsrelevant erlebt. Aufbauend auf dieser Diagnose werden Governance-Ansätze nicht als isoliertes Maßnahmenmenü, sondern als Interventionen in den Problematisierungsprozess konzipiert. Es werden vier Meta Governance-Hebel für Planungsentscheidungen abgeleitet: epistemische Autorität, Verbindlichkeit und Verantwortungszuweisung, Handlungskapazität sowie Legitimität. Diese werden in kontext spezifische Maßnahmenbündel für öffentliche Begrünungsprojekte, Bestandsquartiere und Neubauten überführt. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zu einer diskursinformierten Gover nance-Perspektive, die eine umweltgerechtigkeitsbasierte Diagnose mit umsetzbarer institutioneller Gestaltung für eine sozial gerechte Begrünung verbindet.
Urban greening, ranging from parks and greenways to climate-adaptation infrastructure, has be come a central response to urban heat and flood risk, yet growing evidence indicates that such interventions can intensify housing pressures and social inequities through green gentrification. This thesis examines how green gentrification risk is rendered visible, made actionable, and gov erned in practice, and how governance breakdowns emerge when risk recognition fails to translate into binding intervention. An abductive qualitative case-study design is applied to Berlin to recon struct the discursive problematizations through which greening is simultaneously framed as environmentally necessary and potentially exclusionary. Empirical material is drawn from five semi-structured expert interviews and complementary policy and planning documents. A multi-level analytical scaffold is developed and applied to integrate (i) displacement-relevant mechanism pathways, (ii) actor-positioned responsibilities and constraints, (iii) narrative rationalities that structure legitimacy and causality, and (iv) environmental justice dimensions (distributive, procedural, and recognitional). Across the dataset, green gentrification risk is acknowledged but inconsistently translated into decision-making consequences. Responsi bility is frequently displaced across sectors or deferred in time; administrative steering is narrated as limited to sensitization; enforcement is repeatedly identified as the decisive weak point; and participation is often experienced as procedural rather than outcome-shaping. Building on this diagnosis, governance solutions are specified as interventions into the problemati zation process rather than as a standalone policy menu. Four meta-governance levers, epistemic authority, accountability, capability, and legitimacy, are derived and operationalized into context specific measure bundles for public greening projects, existing housing stock, and new develop ment. The thesis contributes a discourse-informed governance approach that links justice-centered diagnosis to implementable institutional design for equitable greening.
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